Inhaltlich ging es um Informationen zu den Themen Empowerment und Integration, Community-Organisation sowie frauenspezifische Beratungsmöglichkeiten in Hamburg. Dabei übernahm Fatuma Musa Afrah, eine international erfahrene Community-Organizerin, die Moderation, hielt eine Rede und begleitete in methodisch angeleiteten Austauschrunden den weiteren Prozess einer möglichen strukturellen Organisierung der Community im Vereinswesen. Sie betonte dabei immer wieder die Notwendigkeit, Frauen in diesen Prozess einzubeziehen, und setzte dies als Standard – auch für die weitere inhaltliche Arbeit der Initiative.

Während der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmenden am Buffet bedienen, um je nach Bedarf Pausen einlegen zu können, insbesondere auch mit Blick auf die anwesenden Kinder und Jugendlichen. Parallel dazu bildeten sich erste thematische Arbeitsgruppen. Unter diesen entstand eine erste Initiative somalischer Frauen zu einem Community-Projekt zum Thema sexuelle Selbstbestimmung von Frauen. Außerdem wurde beschlossen, sich als Community-Zusammenhang und Initiative dem Prozess einer Vereinsgründung zu widmen.

Die Veranstaltung wurde kulturell bereichert durch somalisches Catering und Musik in Kombination mit dem Künstler Abdi Badil Ibrahim, was einen weiteren Zugang zur Community über die Anerkennung der somalischen Kultur ermöglichte. Dadurch, dass der somalischen Kultur ein eigener Raum gegeben wurde, konnten die Anwesenden darin bestärkt werden, sich für die äußerst wichtige Arbeit im Bereich Integration einzusetzen.

Zudem wurde über die schwierigen und kriegerischen Verhältnisse in Somalia gesprochen, um ein besseres Verständnis für soziale Problemlagen in Hamburg zu schaffen, die auf bestimmte Sozialisationsprozesse in Somalia und Fluchterfahrungen zurückzuführen sind. Dabei sollte deutlich werden, dass die Initiative sich für einen positiven und ausdrücklich gewollten Integrationsprozess für Flüchtlinge und Asylsuchende, vorwiegend aus Somalia, einsetzt.

Darüber hinaus ging es um einen intensiven Interessen- und Informationsaustausch innerhalb der somalischen Community in Hamburg. Die Diskussionen waren sehr anregend und griffen viele aktuelle Probleme der in Hamburg lebenden Menschen somalischer Herkunft auf. Themen und Diskussionsschwerpunkte waren unter anderem:
• Wie können Wissens- und Informationslücken innerhalb der Community geschlossen werden?
• Was genau wird benötigt und welche Maßnahmen sind notwendig?
• Kann Sport eine Möglichkeit sein, regelmäßige Treffen zu initiieren?
• Wie kann eine gute Begleitung bei Berufs- und Lebensentscheidungen erfolgen?
• Wie können Menschen mit schweren psychischen Belastungen, etwa durch traumatische Erlebnisse, aufgefangen und unterstützt werden?
• Wie finden Betroffene ihren Weg in Therapien?
• Wie können Barrieren zwischen Menschen in Bezug auf Flucht- und Herkunftserfahrungen überwunden werden?

Das Projekt war ein großer Erfolg: 80 Personen nahmen teil. Während der Veranstaltung diskutierten wir Integrationsaspekte wie Arbeitsmarktintegration, Teilnahme an deutschen Sprachkursen, häusliche Gewalt und Kriminalität sowie Präventionsmöglichkeiten. Zudem richteten wir den Fokus auf Jugendliche und beschäftigten uns mit den Herausforderungen rund um Drogen- und Alkoholmissbrauch. Die meisten Teilnehmenden waren neu angekommene Flüchtlinge.

Darüber hinaus bot die Veranstaltung Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Aufbau neuer Verbindungen. Neben dem Informationsaustausch und dem Networking haben wir gemeinsam gegessen. Das gemeinsame Essen bot die Möglichkeit, leichter miteinander ins Gespräch zu kommen, die Neuankömmlinge in Deutschland zu stärken und ihnen die Integration in die neue Gesellschaft zu erleichtern.

Durch die strukturelle und inhaltliche Begleitung der ANI Charity Foundation Deutschland e.V. und United Action e.V. sowie die freundliche Unterstützung des Zentrums für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit („Förderprogramm für Migrant*innen“) konnte es gelingen, eine Veranstaltung auszurichten, die der sensiblen Community einen Raum bietet, sich im deutschen Vereinswesen zu organisieren und dabei insbesondere das Empowerment von Frauen zu fördern.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here